“Das Leben kann nur rückwärts verstanden, aber muss vorwärts gelebt werden.”
Meine Lieben, vielleicht habt ihr dieses Zitat, das (paraphrasiert) von Søren Kierkegaard (ein dänischer Philosoph, 1813–1855, der als Begründer des Existenzialismus gilt, wobei man erwähnen sollte, dass er außerdem Theologe war, weshalb ich mich persönlich eher dem französischen Existenzialismus nahe fühle, der jegliche Glaubensgrundsätze aus dieser Philosophie raushält) stammt, schon einmal irgendwo gelesen oder gehört. Wenn man es genau nehmen möchte, hat er es nie exakt so gesagt, sondern der Satz ist Teil eines Tagebucheintrags von ihm:
„Es ist wirklich wahr, was uns die Philosophie sagt, dass das Leben rückwärts verstanden werden muss. Aber dabei vergisst man den zweiten Satz, dass es vorwärts gelebt werden muss. Ein Satz, der, je mehr man ihn sorgfältig durchdenkt, umso mehr zu dem Schluss führt, dass das Leben zu jedem Zeitpunkt eigentlich nie vollständig verstanden werden kann; gerade weil es keinen einzigen Moment gibt, in dem die Zeit vollständig anhält, damit ich Stellung beziehen kann.“
Wahrscheinlich fragt ihr euch an diesem Punkt gerade alle, ob das heute mal wieder eine Pseudo-Lehrstunde über Philosophie werden soll. Diese Angst kann ich euch gleich zu Beginn nehmen, denn nein, das ist absolut nicht der Fall. Ich glaube sogar, dass es in eine völlig andere Richtung gehen wird – obwohl ich das jetzt noch nicht wissen kann, denn die Erfahrung hat mich gelehrt, dass ich meist erst zum Schluss hin selbst herausfinde, was ich in dem Text, der jetzt gerade noch vor mir liegt, sagen werde.
Na ja, und somit passt diese Einleitung und Erklärung vorweg perfekt zu dem Zitat und zu der Idee dieses Beitrags.
Ihr habt im Titel rauslesen können, dass wir heute über ein Thema sprechen, das ich vor einigen Jahren schon einmal aufgegriffen habe, denn es gibt heute einen mehr als überfälligen neuen Teil, der im letzten Jahr ins Leben gerufenen “NOW AND THEN”-Serie. Was die Idee dahinter ist, werde ich nicht erneut wiederholen, aber ihr könnt, wenn ihr wollt, gerne in den ersten Teil reinlesen, dort habe ich alles genau erklärt.
Tatsache ist, ich habe schon immer Menschen beneidet, die mehr oder weniger von Kindheit an wussten, was sie später einmal werden wollen. Oder zumindest schon in sehr frühen Jahren eine Ahnung hatten, womit sie einmal ihren Lebensunterhalt bestreiten möchten. Egal ob Arzt oder Lehrer, Krankenschwester oder Berufskraftfahrer, Kindergärtner oder Fotograf, welche Tätigkeit auch immer – wenn man einfach schon sehr früh weiß, das ist es, was mich interessiert. In diesem Beruf werde ich vollkommen aufgehen, das ist es, was ich erreichen möchte.
Tja, ich selbst versuche noch immer herauszufinden, was ich einmal werden möchte.
Izwischen habe ich sogar tatsächlich herausgefunden, was ich sein möchte, und lebe diesen meinen Traumberuf sogar, aber ich habe (leider) mein halbes Leben dafür gebraucht. Zwar komme ich als sozusagen Quereinsteiger ganz gut zurecht, hätte ich jedoch von Anfang an, sprich, als ich noch zur Schule gegangen bin, gewusst, dass Autorin irgendwann mein Traumberuf sein würde, dass das etwas ist, das mir liegt, dass das etwas ist, in dem ich mich angekommen fühle, dass das etwas ist, in dem ich gut sein könnte, ich hätte meine gesamte Ausbildung in diese Richtung lenken können. Ich wäre ein Studium in diesem Bereich angegangen. Ich hätte viel früher erste Schritte in diese Welt wagen können.
Ich hätte sehr wahrscheinlich inzwischen schon unzählige Bücher veröffentlicht!
Und solche Gedanken betreffen ja nicht nur das Berufsleben. So viele unterschiedliche Themen kommen einem im Laufe eines Lebens unter, Punkte, an denen man nicht weiterweiß, Situationen, an denen man verzweifelt. Wenn man später allerdings auf genau diese Erlebnisse oder auch Stationen eines Lebens zurückblickt, kann man oft nicht mehr verstehen, weshalb man aus ihnen so ein Drama gemacht hat. Weshalb man alles zu einem riesengroßen Problem hat anwachsen lassen, denn mit den Erfahrungen, die man im Laufe des Lebens sammelt, wäre so manche Situation, so manches Problem nicht einmal als solches aufgefallen, weil man inzwischen weiser ist, weil man reifer ist, weil man gelernt hat, Dinge zu handeln.
Man sagt beim Hausbau, das erste Haus baut man für andere, das zweite für sich selbst. Tatsächlich kenne ich sehr viele Menschen, die sich so einen Hausbau wirklich ein zweites Mal “angetan” haben, nur aus dem Grund, weil man, wenn man erst einmal einige Zeit in seinem selbst gebauten Haus gelebt hat, begreift, wie viele Fehlentscheidungen man getroffen hat. Dass man erst mit dem Wissen, das man über die Jahre hinweg gesammelt hat, das Haus bauen kann, das wirklich zu den eigenen individuellen Bedürfnissen passt.
Wie genial wäre es, wenn das mit dem Leben ebenso möglich wäre.
Stellt euch vor, man ist am Ende angelangt – im Idealfall hat man das Geschenk erhalten, richtig lang leben zu dürfen -, hat sein Leben gelebt, hat die schönsten Erlebnisse angesammelt, aber auch die schlimmsten und lehrreichsten Erfahrungen durchgemacht. Vielleicht ist man an diesem finalen Punkt sogar nicht einmal traurig, dass es dem Ende zugeht, weil man das Gefühl hat, man hat aus seinem Leben alles rausgeholt, was möglich war. Man ist sozusagen fertig und bereit für was-auch-immer.
Ja, jetzt stellt euch vor, an diesem Punkt würde noch einmal komplett auf Anfang zurückgespult werden.
Man bekommt die Möglichkeit, das Leben noch einmal vollkommen neu von Beginn an zu leben. Der einzige Unterschied, man darf das Wissen des Vorlebens mitnehmen. All die vielleicht auch nicht so einfachen Erfahrungen, all das, was man aus vor allem schwierigen Situationen gelernt hat, dieses gesammelte Wissen steht einem im zweiten Leben von Beginn an zur Verfügung!
Wie zielgerichtet könnte man in dieses Leben starten. Wie anders würden wir gewisse Entscheidungen treffen. Wie selektiver wären wir bei so gut wie allem – bei der Berufswahl, bei Menschen, die wir in unser Leben lassen, bei Lebensentscheidungen generell.

Wie viel einfacher wäre dieses Leben?
Wenn es also tatsächlich möglich wäre, das Leben schon verstanden zu haben und dann trotzdem noch einmal leben zu können, welche Entscheidungen würde man mit all dem Wissen, der Erfahrung, dieser gesammelten Weisheit treffen?
Wie anders würde unser Lebensweg aussehen?
Ich glaube, das ist das Einzige, das man definitiv sagen kann: Ja, unser Lebensweg würde anders aussehen. Das schon.
Aber, jetzt stelle ich mir die Frage gleich mal selbst – und zusätzlich auch in den Raum: Würde es automatisch ein besseres Leben sein?
Sind es nicht gerade diese schwierigen Zeiten, durch die wir gehen müssen, die vielleicht falschen Menschen, an die wir geraten, die verschiedenen Dinge, die wir ausprobieren müssen, um für uns das Richtige zu finden, erst die Faktoren, die uns wachsen lassen, die uns formen, die uns zu uns machen?
Ja, natürlich, man könnte jetzt einwerfen, wir sind in diesem ersten Leben ja schon gewachsen, haben uns geformt und steigen so in das neue Leben ein, vielleicht bauen wir also auf dieser Basis auf, formen und bewegen uns weiter.
Jetzt stelle ich aber einfach gleich die nächste Frage in den Raum: Kommen wir dann überhaupt jemals an den Punkt, an dem wir der Meinung sind, das sind wir jetzt? Das bin ich, daran wird sich nichts mehr ändern? Immerhin hört man genau solche Aussagen oft von den betagteren Mitgliedern unserer Gesellschaft. Das heißt, meine Frage, haben wir wirklich irgendwann in unserem Leben das Gefühl, das bin ich jetzt, ab diesem Punkt entwickle ich mich nicht mehr weiter?
Wenn es nach dem Existenzialismus geht, ist der Moment, an dem wir uns nicht mehr weiterentwickeln, an dem wir endgültig “sind”, der Augenblick des Todes. Erst dann sind wir wirklich. Wenn ich also den Gedanken des Existenzialismus aufgreife, würde es auch mit diesem zweiten Leben nichts ändern. Ich würde doch wieder und wieder vor Prüfungen stehen, für die auch dieses doppelte Wissen nicht ausreicht, um eine Lösung zu finden.
Und wahrscheinlich wäre es in einem dritten und vierten (Lebens-)Durchgang nicht anders.
Wahrscheinlich wäre es also doch klüger, wir würden es wie Kierkegaard sehen, der in seinem Gedankengang zu dem Schluss gekommen ist, dass es sowieso immer so sein wird, dass wir kein vollständiges Verständnis unser Leben betreffend haben werden, deshalb sollten wir es nicht als Problem betrachten, für das wir eine Lösung finden müssen, sondern es einfach als Realität ansehen, die gelebt werden sollte.
Und ja, ich denke, dem schließe ich mich einfach an.
So oder so wird es niemals möglich sein, ein Leben noch einmal von vorne zu beginnen. Aber wie wir gerade festgestellt haben, wäre das sowieso nur ein endloser Kreislauf, der niemals zu einem Ende führen würde. Wir würden uns immer weiter und weiter entwickeln, aber ob dabei tatsächlich etwas “Besseres” rauskommen würde – wer weiß das schon.
Die Moral von dieser Geschichte: Wir haben nur diese einzige Möglichkeit, unser Leben zu leben. Wir sollten jede Möglichkeit nutzen, uns Wissen anzueignen, Erfahrungen zu sammeln, Erlebnisse zu horten, um an ihnen zu wachsen. Uns immer weiterzubilden und dieses Leben nicht nur als Problem zu betrachten, an dem wir uns reiben, sondern als Realität zu sehen, die wir mit Leben füllen können. Und vor allem sollten.


eine Lieben, jep, ich kann bestätigen, ich hätte zu Beginn des Textes niemals wissen können, wohin die Reise gehen würde. Damit, was jetzt rausgekommen ist, hätte ich selbst nicht gerechnet. Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob ich jeden meiner Gedankengänge schon richtig verstanden habe. Ich glaube, ich werde daran noch etwas zu knabbern haben, aber vielleicht habt ihr ja sofort geschnallt, was ich mit diesen Worten sagen möchte. Teilt mir doch gerne eure Interpretation mit.
Ich habe jetzt gerade auch noch mal in den ersten Text zum Thema “everything backwards” reingelesen, der im November 2017 online gegangen ist, also vor beinahe zehn Jahren. Lustigerweise sind meine Gedanken damals in eine komplett andere Richtung gegangen. Die Grundlage dieses Beitrags war spannenderweise auch ein Zitat, allerdings von Charlie Chaplin: “Die Jugend wäre eine schöne Zeit, wenn sie später im Leben käme.”
Meine Gedanken haben sich damals eher um Persönlichkeitsentwicklung gedreht, waren sehr Ich-bezogen. Trotzdem, wenn ihr ihn noch nicht kennt, lest ihn euch doch gerne durch, ich fühle ihn schon noch immer sehr.
Ganz ehrlich, ich finde es so extrem spannend, wie sehr man sich in einer Zeitspanne von neun Jahren weiterentwickelt. Wie sehr sich das Denken verändert. Also ja, vielleicht ist es wirklich besser, wir bleiben bei dem einen Leben, wohin würde das sonst alles führen. Stattdessen konzentrieren wir uns auf das Jetzt, auf das, was wir im Augenblick haben. Denn im Grunde ist es auch das Einzige, was wir wirklich haben. Wir haben keine Garantie auf eine Zukunft, wir können nicht wissen, was da noch kommt. Ob überhaupt noch etwas kommt. Also sollten wir immer aus jedem Moment mit all unserem bisher angesammelten Wissen das Beste machen, und ja, wie Kierkegaard sagt, nicht unbedingt ein Problem daraus machen, sondern einfach die Realität leben.
In diesem Sinne, lest, lernt, bildet euch weiter, sammelt Wissen an – und lebt! Eigentlich ist es wirklich so einfach!
Alles Liebe, love&peace, ![]()



Guten Morgen meine Süße, ich liebe diese Art von Gedankenspiele von dir. Da komme ich selbst immer ins Nachdenken und auch wenn nicht alles schön war, es hat uns doch hierher geführt. Es hat uns zu dem gemacht, was wir sind. Und um nichts in der Welt würde ich das tauschen wollen! Wenn man bedenkt, wie vielen Menschen du schon geholfen hast und Mut gespendet und Kraft gegeben hast. Nein, nichts sollte sich ändern! Bussi, 344
Hallo Mirli, genau an diesen krisenhaften Momenten wächst man doch erst und formt seine Persönlichkeit! Dass du heute als Quereinsteigerin so eine erfolgreiche Autorin bist, zeigt einfach, dass Lebenswege nie geradlinig verlaufen müssen, um wunderschön zu sein. Der Rückblick auf deinen Beitrag aus 2017 ist der beste Beweis für deinen eigenen Entwicklungsprozess. Hab eine sonnige und produktive Woche, liebe Grüße Bianca
Schönen guten Morgen Mirli. Das ist ja ein phänomenaler, zutiefst berührender Beitrag zum Start in die neue Woche! Das Zitat von Kierkegaard ist einfach wunderschön und deine Gedankengänge dazu haben mich richtig abgeholt. Bei dem Punkt, dass man oft sein halbes Leben braucht, um herauszufinden, was man eigentlich sein möchte, musste ich so heftig nicken. Aber weißt du was? Ich finde es überhaupt nicht schlimm, dass du erst als Quereinsteigerin zur Schriftstellerei gekommen bist, denn all deine vom Leben gezeichneten Ecken und Kanten fließen doch erst jetzt in deine wunderschönen Bücher und deine Beiträge ein, mit 20 hättest du diese emotionale Tiefe wahrscheinlich doch gar nicht gehabt! Der Vergleich mit dem Hausbau trifft den Nagel auf den Kopf, man lernt eben erst beim Machen. Dein Gedankenspiel über ein zweites Leben mit dem Wissen von heute ist faszinierend, aber ich gebe dir vollkommen recht, am Ende würden wir uns nur in neuen Problemen verfangen, anstatt einfach im Jetzt zu leben. Schön, dass du den alten Beitrag von 2017 mit dem Chaplin-Zitat erwähnt hast, den werde ich mir nachher gleich noch mal durchlesen. Hab einen ganz zauberhaften Tag und danke für die Inspiration! Hab heute viel zum Nachdenken! Ganz liebe Grüße Eva
Guten Morgen Mirli, dein heutiger Diskurs aus der Reihe Now and Then ist so eine absolut brillante, kulturhistorisch und philosophisch herausragende Reflexion. Die Differenzierung zwischen dem theologisch geprägten Existenzialismus Kierkegaards und dem atheistischen, französischen Existenzialismus von Sartre und Camus ist dir exzellent gelungen und trifft genau meinen Nerv. Das Zitat über das rückwärts verstandene, aber vorwärts zu lebende Dasein bringt das grundlegende Dilemma der menschlichen Existenz auf den Punkt. Deine gedankliche Utopie eines zweiten Lebensdurchlaufs mit kumuliertem Erfahrungsschatz ist erkenntnistheoretisch faszinierend, doch deine Konklusion ist absolut valide: Das Wesen des Menschen konstituiert sich erst durch das Durchschreiten von Ungewissheit, Notwendigkeit und Irrtum. Erst der Tod markiert nach Sartre das endgültige Sein, weshalb eine zeitliche Schleife das eigentliche Menschsein ad absurdum führen würde. Ich merke aber gerade, dass es etwas durchgeht mit mir, entschuldige, aber das Thema hat mich immer schon mehr als beschäftigt und ich liebe diese Gedankenanstöße einfach sehr, also vielen Dank dafür. Ich wünsche dir einen geistig anregenden und erfüllten Tag, ganz liebe Grüße Michaela
Schönen guten Morgen Mirli, dein neuer Teil der Now and Then Serie hat mich ab der ersten Minute total gefesselt. Das Zitat über das Leben, das man nur rückwärts verstehen, aber vorwärts leben kann, trifft es wirklich und ist wenn man darüber nachdenkt, eigentlich einfach. Warum kommt man selber nie auf solche Ideen? Das mit dem Hausbau stimmt so sehr, weil man ist hinterher immer schlauer! Aber die Idee, das Leben mit dem Wissen von heute noch mal von vorne zu beginnen, würde uns wahrscheinlich nur den ganzen Zauber des Entdeckens nehmen. Dass du heute deinen Traumberuf lebst und deine Passion als Autorin gefunden hast, ist doch das schönste Geschenk überhaupt, ganz egal, wie lange der Weg dorthin gedauert hat. Schöne Grüße und eine wunderbare, inspirierende Woche dir, schöne Grüße Franzi
Liebe Mirli. Was für ein wunderschöner, tiefgehender Beitrag, ich habe jede einzelne Zeile regelrecht aufgesaugt. Deine Einleitung zu Kierkegaard und deine ehrlichen Gedanken darüber, wo du heute beruflich stehst, haben mich sehr berührt. Du darfst da wirklich nicht mit dir hadern, dass du erst später als Autorin durchgestartet bist! Deine Geschichten und deine Worte besitzen genau durch diese Lebenserfahrung eine ganz besondere Wärme und Authentizität, die man mit 20 Jahren schlichtweg noch nicht zu Papier bringen kann. Dein Gedankenspiel über das zweite Leben mit all dem Vorwissen war extrem spannend zu lesen, aber dein Fazit ist so wahr: Wir haben nur dieses eine Jetzt und sollten es mit Erinnerungen, Wissen und Momenten füllen, anstatt dem Vergangenen nachzutrauern. Hab einen fantastischen Start in diese neue Woche, alles Liebe Julia
Hallo Mirli. Hatte gerade meinen Moment. Der Punkt mit dem Hausbau stimmt so sehr, beim ersten Mal baut man für den Feind, beim zweiten für den Freund und erst beim dritten für sich selbst, weil Erfahrung schlichtweg Zeit braucht. Da hatte ich auch schon durch müssen. Unglaublich starker Text, der mehr als nur zum Nachdenken anregt, dank dir dafür. Guten Start in die Woche, LG Dirk
Guten Morgen Mirli, Wahnsinn, ich liege einmal mehr vor dir und deinen Texten! Ein so unglaublich ehrlicher, philosophischer und tiefgründiger Post, bei dem man beim Lesen richtig zur Ruhe kommt und nachdenken kann. Die Sache mit dem Spätberufungs-Gefühl kenne ich von mir auch nur zu gut, oft fragt man sich, warum man für manche Erkenntnisse gefühlt ewig gebraucht hat. Aber es stimmt halt, wenn man mit dem Wissen von heute noch einmal mit 18 anfangen könnte, würde man vielleicht krampfhaft versuchen, alles perfekt zu machen, und dabei die schönsten, unvorhergesehenen Momente verpassen! Dass Kierkegaard sagt, das Leben sei kein Problem, das gelöst werden muss, sondern eine Realität, die man leben sollte, ist der beste Merksatz für den ganzen Sommer und eigentlich für das ganze Leben. Danke für diesen tollen Beitrag und die Erinnerung an den Artikel von 2017. Hab eine wunderbare und entspannte Woche, ganz liebe Grüße Kerstin
Hallo Mirli! Wow, da hast du zum Wochenstart aber eine gewaltige Denkaufgabe auf Lager, das ist ja die reinste Gehirngymnastik am Morgen! Die Hausbau-Metapher kenne ich aus meinem eigenen Bekanntenkreis sehr gut, da sagen wirklich alle, dass sie beim zweiten Mal vieles komplett anders planen würden. Aber das Leben ist nun mal kein Fertigteilhaus, das man einfach noch mal umbauen kann. Dass du sagst, du hättest viel früher mit dem Schreiben anfangen sollen, kann ich zwar aus deiner Sicht verstehen, aber für uns Leser ist es so, wie es gekommen ist, einfach perfekt. Hättest du eine klassische Ausbildung gemacht, wäre dein Stil vielleicht viel verkopfter und gar nicht so herrlich nahbar und lebensnah wie jetzt! Genieße den sonnigen Tag und mach dir nicht zu viele Gedanken, liebe Grüße Karin
Hallo Mirli! Was für ein grandioser Text, ich bin beim Lesen total in deiner und meiner Gedankenwelt versunken. Man lernt wirklich erst durch die Fehler, die man selbst macht! Deine Idee mit dem Neustart samt Erfahrungsschatz hat mich richtig fasziniert. Aber die Stolpersteine und die falschen Abzweigungen sind doch genau das, was uns als Mensch ausmacht und uns wachsen lässt. Dass du dich heute als Autorin genau am richtigen Platz fühlst, spürt man in jedem deiner Sätze, und deine Leser profitieren jeden Tag davon, ganz egal, wann du damit angefangen hast! Ich werde den Text aus 2017 mit dem Chaplin-Zitat nachher gleich noch aufrufen. Ich wünsche dir einen wunderschönen, sonnigen Tag, alles Liebe Anika
Hallo Mirli, danke für diesen wunderschönen, tiefgründigen Beitrag, das ist die absolut perfekte Lektüre für meinen Start in die Woche. Das Zitat hat mich total zum Nachdenken gebracht und deine Gedanken dazu sind so voller Wahrheit. Die Vorstellung, das Leben wie ein Spiel noch einmal mit all den gesammelten Erfahrungen neu zu starten, klingt im ersten Moment total verlockend, aber würde es uns wirklich glücklicher machen? Wahrscheinlich würden wir vor lauter Vorsicht und Selektion gar keine spontanen, verrückten Dinge mehr erleben! Dass du erst später zum Schreiben gefunden hast, macht deine Mirli-Welt doch erst zu dem, was sie heute ist, oder? Genieß diese Sommerwoche und lass deine Seele baumeln, alles Liebe Samira
Mirli, .. ich habe beim Lesen einfach nur Gänsehaut am ganzen Körper bekommen! Diese Gedanken über das Was-wäre-wenn und die Vorstellung, noch mal ganz von vorne anzufangen, aber mit dem Wissen von heute, haben mich irgendwie sofort berührt. Ich habe mich so sehr darin wiedergefunden, als du geschrieben hast, wie gerne man schon früher gewusst hätte, wo die eigene Reise beruflich hingeht. Aber weißt du was? Ich glaube fest daran, dass alles zur exakt richtigen Zeit zu einem kommt. Denn everything happens for a reason! Deine Bücher und deine wunderschönen Blogbeiträge sind doch genau deshalb so intensiv, weil du davor ein ganz normales Leben mit allen Hürden gelebt hast! Dass wir nur dieses eine Leben haben und es nicht als Problem, sondern als tägliche Realität begreifen sollten, die wir mit Liebe und Wissen füllen dürfen, ist die schönste Botschaft überhaupt. Ich werde mir den alten Text aus 2017 gleich heute Abend noch durchlesen. Hab eine zauberhafte, inspirierende Woche, alles Liebe Anne
Hallo Mirli. Was für ein gewaltiger Beitrag, der Vergleich mit deinem ersten Beitrag von 2017 und dem Charlie-Chaplin-Zitat zeigt so eindrucksvoll, wie intensiv man sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Deine Gedanken zum Existenzialismus und die Frage, ob ein zweites Leben mit dem Wissen des ersten wirklich besser wäre, beschäftigen mich gerade sehr und ich werde den ganzen Tag darüber nachdenken müssen. Dass du erst über Umwege zur Autorin geworden bist, macht deine Texte und Romane nur noch reicher an echter Emotion. Dein Schlusswort, nicht ständig ein Problem aus dem Leben zu machen, sondern einfach im Augenblick zu leben, tut richtig gut. Hab eine großartige Woche, ganz liebe Grüße Claudia