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Mirli´s Lesecafé – Unaufhaltsam ehrlich

Meine Lieben, der Roman, den wir heute in unser Bücherregal im Lesecafé stellen werden, unterscheidet sich schon etwas von seinen Vorgängern, vor allem aus dem einen Grund, weil es vielleicht nicht das beste Buch ist, das ich jemals gelesen habe, auch nicht die schönste Geschichte oder es mir aus ähnlichen Gründen so im Gedächtnis geblieben ist, sondern speziell deshalb, weil mich bisher nur wenige Geschichten so sehr zum Nachdenken gebracht haben. Vielleicht sogar so sehr, dass ich demnächst noch einen eigenen Beitrag zu diesem Thema schreiben möchte.
Eventuell erinnert ihr euch, als ich euch vor einiger Zeit “Ein Moment der Unachtsamkeit” vorgestellt habe, war das auch so ein Buch, das mich nicht in erster Linie aufgrund der Handlung so begeistert hat, sondern damals war es rein der Schreibstil, in den ich mich verliebt habe. Denn ja, es gibt sehr unterschiedliche Gründe, weshalb ich mich für ein Buch begeistern kann. Im Idealfall kommen alle Faktoren zusammen. Aber es kann auch sein, dass ich mich komplett in eine Handlung fallenlassen kann, mir aber wünschte, es wäre besser geschrieben. Oder dass ich mich in den Schreibstil verliebe, obwohl mich die Geschichte selbst nicht wirklich berührt. Oder aber, wie es hier der Fall war, dass mich die Themen und teilweise Aussagen in einem Roman so tief treffen, dass ich noch tagelang danach am Grübeln bin, und genau dieser Faktor hat Catherine Ryan Hydes “Unaufhaltsam ehrlich” zu etwas Besonderem für mich gemacht.
Wie gesagt, es ist nicht das spannendste oder beste Buch, das ich jemals gelesen habe, aber es hat etwas mit mir gemacht, und vielleicht ist das ab und zu sogar noch wichtiger, als ein neues Lieblingsbuch gefunden zu haben.
Ihr habt den Dreh inzwischen bestimmt raus, reißt das Fenster auf, lasst die Frühlingssonne rein, macht es euch gemütlich, holt die guten Kekse aus dem Vorratsschrank und dann kann es auch schon losgehen, alles Liebe, x S.Mirli!

Buchvorstellung: “Unaufhaltsam ehrlich”

Autor: Catherine Ryan Hyde
Erscheinungsdatum: 20. Januar 2026 im Tinte&Feder Verlag
Seitenanzahl: 320
Preis bei Amazon: 12,40€

Autor: Die mehrfach ausgezeichnete amerikanische Autorin Catherine Ryan Hyde hat bislang knapp dreißig Bücher veröffentlicht. Auf Deutsch von ihr erschienen sind neben weiteren Titeln »Tage der Hoffnung«, »Als ich dich fand« und »Ich bleibe hier«. Ihr bekanntester Roman »Das Wunder der Unschuld« wurde in mehr als 23 Sprachen übersetzt und unter dem Titel »Das Glücksprinzip« mit Kevin Spacey und Helen Hunt verfilmt. Neben dem Schreiben ist Catherine Ryan Hyde auch als Referentin tätig und stand bereits dreimal zusammen mit Bill Clinton als Rednerin auf dem Podium. Catherine Ryan Hyde unternimmt gern Wanderungen und Reisen und ist eine leidenschaftliche Hobbyfotografin.

KlappentextEine bewegende Geschichte über die Schönheit der Unvollkommenheit und den Mut, sich seiner Vergangenheit zu stellen!
Seit einem verheerenden Unfall, der ihn als Siebenjährigen für immer zeichnete, versteckt Michael seine Brandnarben vor der Welt. Doch vor allem kann er nicht verkraften, dass er damals zur Adoption freigegeben wurde. An der Filmhochschule begegnet Michael Jahre später Professor Robert Dunning, der seine eigenen Narben mit bemerkenswerter Offenheit trägt. Ermutigt von dessen Beispiel, startet der junge Mann ein Dokumentarfilmprojekt und entdeckt hinter perfekten Fassaden Menschen, die wie er mit ihrem Spiegelbild kämpfen. Mit jeder Geschichte, die seine Kamera einfängt, öffnet sich Michael mehr für das Leben – und für die Liebe. Doch um wirklich bei sich selbst anzukommen, muss er sich noch seiner schmerzhaftesten Frage stellen: Warum haben seine Eltern ihn damals verlassen?

“Mein Name ist Robert Dunning, und ich habe Brandwunden auf meinem Gesicht und an meinen Händen … also sprechen wir darüber.”
“Sie haben nicht gedacht, dass wir darüber reden würden, oder? Sie alle sehen es, aber Sie haben angenommen, es würde nicht angesprochen. Aber warum nicht? Es ist kein Geheimnis. Kein Skandal. Es ist kein moralisches Versagen meinerseits. Es ist einfach so.”

Mit diesen extrem starken und berührenden Worten steigen wir in die Geschichte ein und schon sind wir auch mitten im Thema. “Unaufhaltsam ehrlich” erzählt Michaels Geschichte, der in seinem jungen Alter bereits auf eine sehr ereignisreiche Kindheit zurückblicken muss, die bei ihm Narben hinterlassen hat. Äußere und innere, wobei er gelernt hat, sie vor der Öffentlichkeit zu verbergen, bis er auf seinen Uni-Professor Robert Dunnning trifft, der seine ganz eigene Art hat, mit den Narben seines Lebens umzugehen.

Nur zu, sehen Sie hin. Das ist Ihre Gelegenheit. Jetzt stehe ich vor Ihnen und sage: >Das bin ich. Gewöhnt euch dran.<“

Jeder Mensch, der in unser Leben tritt, sei er auf den ersten Eindruck auch noch so unbedeutend für uns, hinterlässt Spuren. Das Aufeinandertreffen von Michael und seinem Professor wird sein Leben nachhaltig verändern und vielleicht auch das Denken der Leser, die Catherine Ryan Hydes Roman lesen.

“Es bedarf viel Übung, um zu einer ausgewachsenen Persönlichkeit zu werden. Und der Tag, an dem wir nicht mehr üben, ist der Tag, an dem wir sterben.”

“Unaufhaltsam ehrlich” ist nicht mein erster Roman dieser Autorin, und bisher hat mich eigentlich noch jedes ihrer Werke dermaßen überzeugt, dass sich alle einen Platz in unserem Lesecafé verdient hätten. Allerdings ist dieser Roman tatsächlich anders als seine Vorgänger.
Generell kann man sagen, dass Hydes Schreibstil sehr angenehm und einfach zu lesen ist, er lenkt nicht von der eigentlichen Handlung und Thematik ab, was ich in diesem Fall sehr mochte. Vor allem bestechen ihre Romane sowieso durch die Dialoge, wie auch in diesem Fall. Einige Aussagen des Professors habe ich mir sogar rausgeschrieben, denn ich möchte sie nie wieder vergessen.

“Immer, wenn jemand einem anderen vorwirft, zu sensibel zu sein, höre ich: >Ich will die Freiheit haben, beleidigende Dinge zu dir zu sagen, und es ist mir wirklich lästig, wenn dir das was ausmacht.<“

Michaels Geschichte wird ausschließlich aus seiner Sicht erzählt, allerdings auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Wir reisen mit ihm also auch in die Vergangenheit zurück, um zu erfahren, was in seiner Kindheit geschehen ist, das ihn so fürs Leben gezeichnet hat – auf jede nur erdenkliche Weise.

“Es geht nicht darum, wer schlechter dran ist. Unsere Probleme sind unsere Probleme. Ich glaube, Vergleiche mit den Problemen anderer Leute können uns manchmal das Gefühl geben, wir hätten kein Recht, so zu fühlen, wie wir fühlen.”

Wie ich bereits anfangs erwähnt habe, war es nicht die Handlung an sich, die mich so gefesselt hat. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich die Idee dahinter grandios finde, aber irgendwie habe ich das Gefühl, es wurde nicht alles rausgeholt, was man mit der Geschichte hätte anstellen können.
Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, denn kein Leser mag Spoiler, aber ich bin mir fast sicher, wenn ihr den Roman lest, werdet ihr verstehen, was ich mit dieser Aussage meine.
Es sind die kleinen Geschichten in der Geschichte, die eigentlich mehr Rampenlicht verdient hätten, aber leider nur leicht angeleuchtet wurden.

“Man kann nicht immer vermeiden, Dinge zu tun, nur weil man einen Menschen verärgern könnte. Erstens funktioniert es nicht. Jemand anderes wird verärgert sein, weil du es nicht getan hast. Und irgendwann gerätst du an einen Punkt, an dem du gar nichts mehr tun kannst, denn es gibt immer irgendwas, gegen das jemand Einspruch erheben wird.”

Was ich besonders an diesem Roman mag, ist die Charakterentwicklung, speziell die des Hauptprotagonisten. Aber auch die seiner Eltern, vor allem seiner Mutter. Man darf beobachten, wie Michaels Aufeinandertreffen mit Prof. Dunning im Grunde das Leben so vieler Menschen verändert, einfach nur, weil dieser mit so einer Kraft, Stärke und Weisheit durchs Leben geht, die andere inspiriert. Wie auch mich.

“Ich beurteile andere sowieso nie danach, was sie sagen. Leute können sagen, was sie wollen, und ich kann nicht mit Sicherheit wissen, ob es wahr ist.”

Während man annehmen könnte, dass sich “Unaufhaltsam ehrlich” in erster Linie um Menschen dreht, die durch ihre starken “Entstellungen” (wobei ich es lieber Besonderheiten nennen würde) Probleme im Umgang mit ihren Mitmenschen haben, lernen wir sehr schnell, dass jeder Mensch “Besonderheiten” (er)trägt, die allerdings nicht immer fürs Gegenüber sichtbar sind, weil sie oft sogar nur für einen selbst existieren.

“So denken wir immer über andere Menschen. Wir sehen sie von außen und denken, wir wären glücklich, wenn wir ihre Sorgen hätten statt unsere eigenen. Aber in dieser Situation würden wir es nicht mehr von außen sehen, und wir würden uns wahrscheinlich genauso fühlen wie sie.”

Ohne, dass ich es eigentlich geplant hatte, habe ich diesen Roman an einem Wochenende richtiggehend verschlungen, und trotzdem habe ich zwischendurch immer wieder Pausen einlegen müssen, um meinen eigenen Gedanken nachzuhängen.
Ich kann mich nur wiederholen, es ist nicht die Handlung oder die Erzählung an sich, die mich so nachhaltig beeindruckt haben, sondern die Weisheit und auch das Anregen meiner eigenen Gedanken, die mich dieses Buch bestimmt wieder und wieder lesen lassen werden.

Fazit: Was Tatsache ist und “Unaufhaltsam ehrlich” von so ziemlich jedem Buch abhebt, das ich bisher gelesen habe, ist der Fakt, dass ich noch nie so viele Zitate rausgeschrieben habe und einige nun wieder löschen musste bzw. in meine private Zitatesammlung verschoben habe, weil es schlicht und ergreifend zu viele waren. Ich würde sagen, das sagt schon alles aus. Catherine Ryan Hydes Roman hat mich vor allem persönlich getroffen, weil ich selbst viel zu oft mit mir hadere, da ich mir durch meine eigene Gesundheitsgeschichte immer wieder einrede, dass ich nicht “normal” wäre. Niemand sieht, was bei mir nicht stimmt, es ist nichts, das mir normalerweise Schmerzen bereitet oder mich zu sehr einschränkt, es ist eigentlich in erster Linie mein ureigenes Wissen, dass ich nicht so bin wie … na ja … die anderen. Also ja, vielleicht habe ich mich deshalb so in der Geschichte wiederfinden können, weil sie mir in meiner eigenen Denkweise sehr geholfen hat.
Wir alle tragen Narben, die einen sichtbar, die anderen versteckt. Viele sehen wir auch nur selbst, weil sie für andere nicht vorhanden wären, aber sie stehen auch in keiner Konkurrenz zu den Narben der anderen.

eine Lieben, ich habe mich so sehr bemüht, nicht wieder mit den Worten zu beginnen, dass dies ein Buch ist, dass ich so noch nie gelesen oder hier vorgestellt habe, aber ja, im Prinzip ist es trotzdem der Fall, auch wenn ich es nicht gesagt habe. Dieser Roman hat eindeutig etwas mit mir gemacht, und ich finde, in einer Welt, die so sehr auf Äußerlichkeiten aufgebaut ist, in der der Schönheitswahn erschreckende Formen angenommen hat, wäre es für alle heilsam, in Michaels und Prof. Dunnings Gedankenwelt einzutauchen. Ja, wir sollten alle den Mut und die Kraft haben uns hinzustellen und zu sagen: “Das bin ich. Gewöhnt euch dran.”
Ich arbeite daran.

Alles Liebe, love&peace, 

44 Comments on “Mirli´s Lesecafé – Unaufhaltsam ehrlich

  1. Guten Morgen meine Süße! Wirklich, du hast mich sehr neugierig gemacht und es muss ja nicht immer die Story im Mittelpunkt stehen, wenn die Aussage im Fokus ist. Danke meine Süße, 344

    1. Guten Morgen, mein Schatz, ab und zu braucht es genau solche Geschichten, es muss nicht immer nur Spannung und Action sein, es darf auch mal in die Tiefe gehen, 3344, alles Liebe, x S.Mirli!

  2. Schönen guten Morgen Mirli. Dass du dieses Buch heute vorstellst, obwohl es keine klassische Spannungsgeschichte ist, finde ich unglaublich wertvoll, denn manche Bücher müssen einfach gehört oder gelesen werden, weil sie eine Botschaft tragen, die jeden von uns betrifft. Die Art, wie du die Dialoge des Professors analysierst, hat mich zum Nachdenken gebracht, ob wir nicht alle viel zu oft Fassaden aufbauen, nur um nicht „angreifbar“ zu sein. Ich finde, dass es gerade diese unvollkommenen Geschichten sind, die uns als Menschen wachsen lassen. Danke für diese sehr persönliche Buchempfehlung, ist schon auf meiner Liste, ganz liebe Grüße Eva

    1. Dir ebenso einen schönen guten Morgen, liebe Eva, du sagst es. Manche Geschichten müssen gelesen werden, auch wenn sie vielleicht kein klassischer Pageturner sind. Gerade das macht sie so wertvoll, weil man nicht nur schnell drüberlesen kann, sondern gezwungen ist, in die Tiefe zu gehen. Ich mag deinen Gedanken, dass wir alle irgendwie eine Fassade, eine Schutzmauer aufgebaut haben, um nicht verletzlich zu erscheinen, dabei geht dabei so viel verloren. Ich wünschte, wir hätten alle die Stärke des Professor uns hinzustellen und zu sagen: “Hier bin ich, lebt damit”. das ist wirklich beneidenswert! Ich grüße dich ganz lieb zurück, hab einen wunderschönen Tag, alles Liebe, x S.Mirli!

  3. Hallo Mirli! Ich finde es toll, dass du auch mal über Romane schreibst, die nicht den „perfekten“ Plot haben. Ich mag den Blick hinter die Kulissen zu wagen und Menschen nicht nach ihrem ersten Eindruck zu bewerten. Dein Zitat „Dass man wählt, was man nicht ändert“ trifft den Nagel auf den Kopf. Ich bin gespannt, ob Michaels Geschichte für mich eine ähnlich heilsame Wirkung hat wie für dich, liebe Grüße Karin und danke, werde ich auf jeden Fall lesen

    1. Hellohoo, liebe Karin, ich bin mir fast sicher, dass dieses Buch für jeden Leser genau das richtige ist, um anzufangen, sich mit sich selbst zu beschäftigen, und ja, auch heilsam ist, wie du es sagst. Ich werde es bestimmt wieder und wieder lesen, weil es mir so geholfen hat, ganz anders auf mich selbst zu blicken. Und das wünsche ich jedem. Ich grüße dich ganz lieb zurück, hab einen wunderschönen Tag, alles Liebe, x S.Mirli!

  4. michaela_sonnleitner@gmx.atGuten Morgen Mirli, ich finde deine philosophische Herangehensweise an die Charakterentwicklung in diesem Roman absolut brillant, da du den Fokus weg von der Handlung hin zur psychologischen Tiefe verschiebst. Deine Deutung, dass wir alle Narben tragen – ob sichtbar oder versteckt –, ist ein zentrales Thema, das in der Literatur viel zu oft zugunsten reiner Unterhaltung vernachlässigt wird. Der Roman scheint eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit der eigenen Identität zu sein, die sicher nicht nur dich, sondern jeden aufmerksamen Leser zutiefst berührt. Danke für diesen intellektuellen Wegweiser, ganz liebe Grüße Michaela

    1. Guten Morgen, liebe Michaela, ich wünschte auch, dass dieses Thema viel öfter behandelt werden würde. Gerade Narben oder andere “Besonderheiten” werden viel zu häufig versteckt oder totgeschwiegen, dabei ist es doch genau so, wie der Professor es sagt: Es ist kein Versagen von einem selbst, es ist nicht, was wir verstecken sollten. Narben gehören zu uns dazu, sie sagen so viel über die Stärke eines Menschen aus. Ich wünschte, wir alle würden mehr zu unseren Besonderheiten stehen. Ich grüße dich ganz lieb zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  5. Schönen guten Morgen Mirli! Deine Rezension zu „Unaufhaltsam ehrlich“ ist wieder einmal spitze, besonders dein Fokus auf die emotionale Wucht des Romans hat mich überzeugt, das Buch sofort auf meine Liste zu setzen. Die Art und Weise, wie du die Transformation Michaels beschreibst, macht Lust, die Reise mit ihm durch seinen Dokumentarfilm selbst zu erleben. Catherine Ryan Hyde ist wirklich eine Meisterin darin, das Unausgesprochene spürbar zu machen, und du hast das in deiner Vorstellung perfekt auf den Punkt gebracht. Danke, alles Liebe Ute

    1. Auch dir einen schönen guten Morgen, liebe Ute, ich liebe tatsächlich all ihre Werke und kann jedes einzelne empfehlen. Auch dieses wird nicht mein letztes Buch von ihr gehen sein, alles Liebe, x S.Mirli!

  6. Hallo Mirli. Oje, du sprichst mir so aus der Seele, ich finde den Satz des Professors „Gewöhnt euch dran“ so unglaublich stark, weil er eine Grenze zieht, die wir alle viel öfter ziehen sollten. Ich deute deinen Beitrag als eine Erinnerung daran, dass wir die Macht haben, durch Akzeptanz der eigenen Person etwas zu verändern, statt nur passiv unsere Schwächen zu bemitleiden. Es ist wirklich beängstigend, wie sehr wir uns von der Meinung anderer abhängig machen, statt bei uns selbst anzukommen. Danke, dass du dieses Fass aufgemacht hast, das Buch ist bereits auf meiner Liste, ganz liebe Grüße Claudia

    1. Hellohooo, liebe Claudia – deshalb habe ich dieses Zitat auch als Erstes gewählt, weil es mich so tief getroffen hat. Ich möchte irgendwann an den Punkt kommen, an dem ich das – zumindest zu mir selbst – immer sagen, aber vor allem so durchs Leben gehe. Ja, es ist eine der stärksten Aussagen, die ich jemals in einem Buch gelesen habe. Und allein deshalb sollte man es schon gelesen haben. Leider ist es ja wirklich so, wir sind viel zu abhängig von der Meinung anderer, dabei sollte uns nichts egaler sein. Das ist definitiv etwas, an dem auch ich noch arbeiten muss. Ich danke dir für deine Worte und grüße dich ganz lieb zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  7. Liebe Mirli. Was für ein berührender Beitrag, ich habe mich beim Lesen richtig ertappt gefühlt, weil ich auch oft versuche, meine eigenen „Besonderheiten“ vor der Welt zu verbergen. Ich verstehe deine Vorstellung dieses Buches als Aufforderung, sich endlich von dem Schönheitswahn zu lösen und die Schönheit in der Unvollkommenheit zu suchen. Es ist erschreckend, wie sehr wir uns durch den Vergleich mit anderen selbst klein machen, genau wie Michael es im Buch getan hat. Du sprichst mir mit deiner Interpretation absolut aus der Seele, danke für diesen unglaublich schönen Buchtipp, alles Liebe Julia

    1. Liebe Julia, eigentlich traurig, dass es heutzutage so schwer geworden ist, gerade Unvollkommenheit als Schönheit zu sehen. Denn erst das macht uns ja erst wirklich interessant, hebt uns von anderen ab. Sonst könnten wir alles Uniform tragen, aber wir wollen uns ja individuell zeigen. Zumindest was Kleidung angeht, aber sobald es ans “Aussehen” geht, wünsche wir uns alle dieselbe Nase, dieselben Haare – das ist so, so langweilig. Diese Geschichte sticht wirklich ins ein Wespennest der Gedanken. Hab einen wunderschönen Tag, alles Liebe, x S.Mirli!

  8. Hallo Mirli! Dein Text hat mich heute richtig gepackt, besonders der Vergleich zwischen äußeren und inneren Narben ist so bildhaft und leider auch so wahr. Dass du so viele Zitate aus diesem Roman in deine persönliche Sammlung aufgenommen hast, zeigt mir, wie kraftvoll die Aussagen darin sind. Vielleicht ist dieses Buch genau das, was mir gefehlt hat, um ein wenig sanfter mit mir selbst umzugehen, danke dir tausend Mal dafür und alles Liebe Anika

    1. Hellohoo, liebe Anika, ich finde es so schön, wie du es ausdrückst, dass dir dieses Buch eventuell helfen könnte, sanfter zu dir selbst zu sein. Ich fühle das so, so sehr. Schöner und exakter kann man es nicht ausdrücken. Und ja, dabei hilft es wirklich, ich kann es dir also nur absolut ans Herz legen, alles Liebe, x S.Mirli!

  9. Guten Morgen Mirli, du weißt ja, ich schwärme total für deine Art, solche komplexen Themen so alltagsnah zu verpacken, denn wer kennt nicht das Gefühl, mit sich selbst zu hadern. Für mich ist das Buch eine Warnung vor der eigenen Bequemlichkeit, die uns dazu bringt, uns hinter Masken zu verstecken, statt uns der Vergangenheit zu stellen. Wir haben verlernt, die „Besonderheiten“ als Teil unserer Persönlichkeit zu akzeptieren, und verschwenden unsere Zeit damit, uns anzupassen, was uns am Ende nur erschöpft zurücklässt. Unglaublich, danke dass du es vorgestellt hast, es hat es verdient, ganz liebe Grüße Kerstin

    1. Guten Morgen, liebe Kerstin, ich weiß genau, was du meinst. Gerade das mag ich an so manchem Buch auch am liebsten. Wenn sie wirklich heftigere Themen so verpacken, dass man sich trotzdem gerne mit ihnen auseinandersetzt. Und gerade aus diesem Buch kann man so viel für sich und das eigene Leben mitnehmen. Ich denke, gerade dieses Thema, sollte jeden ansprechen. Ich grüße dich ganz lieb zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  10. Schönen guten Morgen Mirli, die Rezension zu „Unaufhaltsam ehrlich“ hat mich gepackt, weil die Geschichte um den verunglückten Jungen so viel Raum für eine Reise in die eigene Vergangenheit bietet. Besonders die Aussage, dass das Leben ein Buch ist, in dem man nicht zurückblättern kann, macht Michaels Drang, seine Geschichte durch den Film zu ordnen, so nachvollziehbar. Die „Besonderheiten“, die jeder von uns trägt, sind ein so wichtiges Thema, das du hier so mutig in den Mittelpunkt stellst. Ein toller Beitrag über ein unglaubliches Buch, der mich sicher noch das ganze Wochenende beschäftigen wird, Schöne Grüße Franzi

    1. Guten Morgen, liebe Franzi, ich kann dieses Buch wirklich nur jedem empfehlen. Es macht eindeutig etwas mit einem. Hab du auch ein wunderschönes Wochenende, alles Liebe, x S.Mirli!

  11. Hallo Mirli. Dass Catherine Ryan Hyde die Dialoge so prägnant gestaltet, macht die Schwere des Themas überraschend leicht konsumierbar, ohne dabei oberflächlich zu wirken. Ein starkes Stück „Geschreibsel“, das den Finger genau in die Wunde der Selbsterkenntnis legt, LG Dirk

    1. Hellohooo, lieber Dirk, Dialoge sind wirklich Hydes Stärke. Das habe ich mir noch in jedem Werk von ihr gedacht. Denn ja, wie du sagst, so verpackt kann man sich auch an vielleicht schwerere Themen wagen. Ich wünsche dir eine fantastische restliche Woche, alles Liebe, x S.Mirli!

  12. Mirli, .. was für ein starkes Gedankenkarussell, ich finde es faszinierend, wie du von der Handlung dieses Buches direkt auf die großen Fragen des Lebens kommst! Wir sollten den Mut haben, Narben als Teil unserer Geschichte zu akzeptieren, statt sie hinter einer perfekten Fassade zu verbergen. Diese „unaufhaltsame Ehrlichkeit“ gegenüber sich selbst ist der erste Schritt zur inneren Freiheit. Das ist ein unglaublich starkes Buch und ich bin dir sehr, sehr dankbar, dass du es vorgestellt hast, alles Liebe Anne

    1. Liebe Anne, wahrscheinlich ist es nur natürlich, dass wir unsere verletzlichsten Stellen nicht jedem preisgeben wollen, aber es führt, glaube ich, auch dazu, dass wir irgendwann nicht mehr unterscheiden können, wer es wert ist, tiefer blicken zu dürfen, und schlussendlich verstecken wir uns vor allen. Dabei hat halt wirklich jeder sein Päckchen zu tragen. Ich danke dir für die lieben Worte und wünsche dir einen wunderschönen Tag, alles Liebe, x S.Mirli!

  13. Hallo Mirli, ich freue mich, dass du eines meiner Lieblingsbücher gewählt hast. Es ist ein Roman, der wohl vor allem durch das „dazwischen“, also durch die Stille und die Dialoge zwischen den Figuren, seine wahre Stärke entfaltet. Deine Rezension hat alles so schön auf den Punkt gebracht, genau so, wie es sich eine Autorin wünschen könnte. Danke dafür und alles Liebe Samira

    1. Hellohooo, liebe Samira, ich kann absolut verstehen, weshalb dieses Buch zu deinen Lieblingsbüchern zählt. Ich weiß jetzt schon, ich werde es selbst auch wieder und wieder lesen. Du hast es wunderschön formuliert. Hab einen wunderschönen Tag, alles Liebe, x S.Mirli!

  14. Liebe Mirli! Die Geschichte von Michael und seinem Professor Dunning scheint ja ein Paradebeispiel dafür zu sein, wie Menschen durch geteiltes Leid eine Verbindung finden können, die weit über das Normale hinausgeht. Ich finde den Gedanken so schön, dass jede Geschichte, die Michael mit seiner Kamera einfängt, ihm hilft, sich ein Stück weit mehr selbst zu lieben. Dass die Handlung vielleicht nicht jeden Handlungsstrang voll auskostet, ist für mich bei dieser Tiefe der Charakterentwicklung völlig zweitrangig. Deine Interpretation des Buches ist so wertvoll und macht direkt Lust, die eigene Geschichte mal wieder kritisch zu betrachten. Ich werde das Buch glaube ich auch an einem Wochenende durchlesen, sofern ich es noch rechtzeitig bekomme. Danke und liebe Grüße Tamara

    1. Liebe Tamara, eigentlich kann man gar nicht anders, als das Buch in einem Rutsch durchzulesen, weil man so sehr in die Geschichte eintaucht, dass man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Also ja, ich glaube dir sofort, dass es dir nicht anders ergehen wird. Viel Spaß beim Lesen, ganz liebe Grüße zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  15. Liebe Mirli! Erst mal tief durchatmen nach diesem Text, denn die Verbindung zwischen Michaels Vergangenheit und seiner Heilung hast du wirklich messerscharf herausgearbeitet. Ich interpretiere dein „Geschreibsel“ so, dass wir uns in einer Komfortzone aus Verleugnung einlullen lassen, während die Besserung erst mit der vollen Wahrheit beginnen kann. Es ist ein Aufruf zur Wachsamkeit gegenüber sich selbst, denn wer nur auf die Fassade starrt, übersieht leicht, dass die echte Persönlichkeit erst in der Ehrlichkeit liegt. Ich finde es toll, dass du uns so ehrlich an deinen ungefilterten Gedanken teilhaben lässt, viele liebe Grüße Daniela

    1. Liebe Daniela, dieses Buch umfasst so viele unterschiedliche Aspekte, dass man es wahrscheinlich wirklich öfter lesen muss, um alles zu erfassen. Ich werde das bestimmt tun und kann es wirklich nur jedem empfehlen. Man lernt sehr viel für und über sich selbst. Allerliebste Grüße zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  16. Schönen guten Morgen Mirli. Dass Michael durch das Dokumentarfilmprojekt beginnt, hinter die „perfekten Fassaden“ anderer zu schauen, finde ich den genialsten Kniff der ganzen Geschichte, weil es zeigt, dass jeder Mensch mit seinen inneren Kämpfen beschäftigt ist. Die Art, wie Prof. Dunning seine Narben anspricht, statt sie zu verstecken, ist eine Lektion in Sachen Souveränität, die ich mir fest vorgenommen habe zu verinnerlichen. Ein wunderbares Buch über Mut und die Wahrheit hinter dem Spiegelbild, danke, dass du es vorgestellt hast, liebe Grüße Bea

    1. Auch dir einen schönen guten Morgen, liebe Bea, man kann als Leser tatsächlich absolut nachvollziehen, weshalb dieser Professor für Michael so eine Inspiration ist, war er nämlich für mich genauso. Man kann sich nur wünschen, irgendwann diesen Grad an Weisheit zu erlangen. Das war reinste Inspiration beim Lesen, gerade deshalb würde ich mir wünschen, dass so viele wie möglich dieses Buch lesen. Ich grüße dich ganz lieb zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  17. Guten Morgen Mirli, ich bin ganz begeistert von deiner Rezension, besonders wie du die Tiefe der Dialoge und die Weisheit des Professors hervorhebst. Man merkt an deiner Beschreibung, wie sorgfältig Catherine Ryan Hyde diese Entwicklung Michaels durch das Filmprojekt gezeichnet hat, was das Buch zu einem echten Leseerlebnis macht. Es ist selten, dass eine Buchvorstellung so gut vermittelt, warum eine Geschichte auch abseits einer perfekten Handlung absolut lesenswert ist. Danke und viele liebe Grüße Evelyn

    1. Guten Morgen, liebe Evelyn, ich danke dir, das Buch ist wirklich etwas Besonderes und ich kann es nur jedem Leser empfehlen, liebe Grüße zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  18. Hallo Mirli! Dein Text über Michael und seinen Professor hat mich sehr berührt, besonders die Dynamik zwischen den beiden, da sie sich in ihrem Schmerz gegenseitig spiegeln können. Ich finde es so stark von der Autorin, dass sie Michaels Weg zur Adoption als die „schmerzhafteste Frage“ thematisiert, denn das lässt den Unfall als rein körperliche Narbe weit in den Hintergrund rücken. Dass du das Buch an einem Wochenende verschlungen hast, kann ich nur allzu gut verstehen, denn dieser Sog, bei sich selbst anzukommen, ist beim Lesen fast körperlich spürbar. Danke für diesen tiefen Einblick in diese Geschichte, liebe Grüße Isi

    1. Hellohooo, liebe Isi, diesen Aspekt habe ich auch besonders spannend gefunden, dass man ja meinen würde, der Unfall und die draus resultierenden Narben wären der schlimmste Schicksalsschlag für den Protagonisten, aber für ihn war es tatsächlich das Unverständnis, dass ihn seine Eltern zur Adoption freigegeben haben. Da kommt man schon ins Grübeln. Ganz liebe Grüße zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  19. Hallo Mirli! Deine Buchvorstellung heute war wieder einmal absolute Spitzenklasse, da du es so wunderbar schaffst, die Essenz von Catherine Ryan Hydes Werken einzufangen. Dass Michael durch sein Dokumentarfilmprojekt lernt, seine Narben nicht mehr zu verstecken, ist eine so bewegende Handlung, die mich schon bei deiner Beschreibung gepackt hat. Ich finde es toll, wie du das Buch lobst, auch wenn die Handlung nicht perfekt ist – das zeigt einfach deine Leidenschaft für tiefgründige Themen. Vielen Dank für diese großartige Literaturempfehlung, du bist eine echte Inspiration für mich, ganz liebe Grüße Vroni

    1. Hellohoo, liebe Vroni, nicht dass ich nicht auch gerne einmal “seichtere” Geschichten lese, aber ja, es stimmt schon, dass gerade Bücher, die mehr in die Tiefe gehen, wo man vielleicht sogar etwas über sich selbst lernen kann, bei mir den bleibendsten Eindruck hinterlassen. Und auch die sind, die es dann hier in unser Lesecafé schaffen. Ich grüße dich ganz lieb zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  20. Guten Morgen Mirli. Ich finde es bemerkenswert, wie der Professor es schafft, seine Verletzlichkeit zur Stärke zu machen und damit den jungen Studenten erst aus seinem Schneckenhaus lockt. Die Frage „Warum haben meine Eltern mich verlassen?“ scheint ja die Kernfrage zu sein, die das gesamte Buch antreibt und Michael bei sich selbst ankommen lässt. Schöne Grüße Rita und ich danke dir für diesen bewegenden Buch-Tipp, schöne Grüße Rita

    1. Guten Morgen, liebe Rita, eigentlich werden in dem Buch so viele verschiedene Themen behandelt, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Gerade das macht das Buch so besonders. Ich schicke dir liebe Grüße zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  21. Liebe Mirli. Danke für diese hervorragende Buchvorstellung, die mir wieder einmal zeigt, dass die besten Geschichten die sind, die einen nachhaltig zum Grübeln bringen. Michael als Protagonisten, der sich über seine Kamera und die Geschichten anderer seiner eigenen Vergangenheit stellt, ist ein so gelungener literarischer Ansatz. Ich finde es sehr lobenswert, wie du Catherine Ryan Hydes Talent für Charakterentwicklung und Dialoge in den Vordergrund stellst und uns so ein Buch nahebringst, das vor allem durch seine Botschaft glänzt. Ich bin schon sehr gespannt auf die anderen Leserstimmen zu diesem wunderbaren Buchtipp, liebe Grüße Sandra

    1. Ich kann dir nur zustimmen, liebe Sandra. Natürlich mag ich es, wenn ich mich einfach nur in einer Geschichte verlieren kann, aber die Bücher, die mich nachhaltig beschäftigt haben, sind die, die mir auch am ehesten im Gedächtnis geblieben sind. Ich schicke dir ganz liebe Grüße zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

    1. Ich kann das Buch wirklich nur jedem empfehlen, es steckt so viel Weisheit darin, denn im Endeffekt sind wir doch alle gleich und ich fürchte, jeder hat noch ein hartes Stück Arbeit vor sich …
      alles Liebe, x S.Mirli!

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