Kopfwelt

alles gut

Meine Lieben, es gibt doch gewisse automatisierte Antworten, die wir ständig wiedergeben bzw. die uns auf andere Weise mehrmals am Tag begegnen, wenn wir eigentlich überhaupt nicht darüber nachdenken, bevor wir antworten, auf was gefragt oder uns entgegnet wurde – Puh, das habe ich jetzt sehr kompliziert ausgedrückt, aber anhand eines Beispiels werdet ihr sofort verstehen, was ich eigentlich meine: Morgens beim Bäcker werden wir mit einem freundlichen: “Auf Wiedersehen, haben Sie einen schönen Tag!”, verabschiedet und wir antworten wie aus der Pistole geschossen: “Vielen Dank, Ihnen ebenso!”.
Jemand bedankt sich bei uns für was auch immer und wir entgegnen ganz automatisch: “Gern geschehn´!”.
Auf ein Bitte folgt ein Danke, auf einen Gruß ein Gegengruß, auf die Frage: “Wie geht’s?”, kommt wie von selbst: “Danke, gut. Und dir?”.

Es sind diese banalen Alltagssituationen, einfache Wortwechsel, die uns durch den Tag tragen. Die einen geben wir mehr oder weniger am laufenden Band von uns, andere eher seltener (vor allem “Bitte!” und “Danke!”, zumindest hört man diese Worte immer weniger, aber das ist wieder ein anderes Thema). Wahrscheinlich hat auch jeder ganz persönliche Floskeln, die er immer wieder auf die unterschiedlichsten Fragen von sich gibt.
Tja, und um eine, nämlich meine ganz persönliche Standardantwort, von der ich nicht einmal zählen kann, wie oft und in welcher Situation ich sie mehrmals täglich von mir gebe, ist jene:

“Alles gut!”

“Du siehst müde aus.” “Du siehst krank aus.” “Du siehst erschöpft aus.” “Brauchst du Hilfe?”
Meine Antwort: “Alles gut.”
“Sorry, dass ich zu spät bin und du eine Stunde in der Kälte warten musstest.”
“Alles gut.”
“Entschuldige, dass ich vergessen habe zurückzurufen und du eigentlich dringend auf eine Antwort wartest.”
“Alles gut.”
Jemand will wissen, wie es mir geht; jemand ruft mich an und fragt, ob er stört; jemand rempelt mich versehentlich an und entschuldigt sich, tritt mir auf den Fuß, nimmt mir die Vorfahrt, schnappt mir etwas vor der Nase weg:
Alles gut!
Alles gut!
Alles gut!
Egal wie sehr mich jemand persönlich verletzt mit seinem Verhalten, mit Aussagen, in der einen oder anderen Situation, ich habe immer dieses verdammte Lächeln im Gesicht und sage: “Alles gut!”

Eigentlich fällt es mir überhaupt nicht schwer, ehrlich über Dinge zu sprechen, die mich beschäftigen. Gefühle zu benennen und laut auszusprechen. Unangenehme Situationen anzusprechen. Ich meine, euch brauche ich das nicht zu sagen. Ich kann – und mache es auch – über jedes Thema offen sprechen/schreiben. Ich habe so gut wie keine Schamgrenze oder halte aus einem anderen Grund Dinge zurück.
Zumindest hier in meiner beruflichen Welt.

Aber in meinem Privatleben (und das ist schon irgendwie lustig, weil ja mein privates Leben auf gewisse Weise mein Beruf ist – irgendwie zumindest), bin ich überhaupt nicht so. Oder selten.
Oder nicht mehr.

Ich weiß nicht, wann und weshalb ich es mir angewöhnt habe, so unsichtbar und wenig belastend wie möglich sein zu wollen. Denn nichts anderes beabsichtigt jemand, der sein Gegenüber immer und immer wieder mit den Worten “Alles gut!” beschwichtigt. Man will verhindern, dass der andere sich unwohl fühlt, weil er z.B. ein schlechtes Gewissen hat, dass er dich in der Kälte hat warten lassen. Oder dir versehentlich auf den Fuß getreten ist. Oder was auch immer.
Also sage ich: “Alles gut!”.
Immer.
In jeder Situation.
Auch wenn eigentlich nicht immer alles gut ist!

Wenn ich eigentlich sagen möchte, dass ich mir gerade alle Zehen und Finger abgefroren habe, mir vom langen Stehen das Kreuz schmerzt und ich persönlich nichts schlimmer und beleidigender finde, als wenn einen jemand warten lässt. Zeit ist kostbar. Die Zeit von jedem. Also gibt es nichts Unhöflicheres oder Respektloseres, als jemand anderen warten zu lassen.
Und trotzdem sage ich: “Alles gut!”

Mein Fuß, auf den versehentlich getreten wurde, weil das Handy in der Hand wichtiger war, schwillt noch in der Sekunde an, ich kann es fühlen. Obwohl ich eigentlich kaum noch etwas fühlen kann, weil der Fuß so unfassbar schmerzt und ich schon jetzt weiß, dass ich einen riesengroßen blauen Fleck davontragen werde, der mich tagelang begleiten wird.
Also eigentlich ist überhaupt nichts gut, aber trotzdem, was sage ich?
“Alles gut.”

Immer ist alles gut, alles gut, alles gut.
Und eigentlich schreit es in mir so unfassbar laut, wenn ich so etwas sage, dass eben nicht immer alles gut ist.
Ich möchte sagen, ja, du störst gerade, ja, du hast mich verletzt, ja, ich fühle mich unwichtig, stehen gelassen, vergessen, ungesehen, nicht wertgeschätzt.
Aber ich sage nur: “Alles gut.”

Und dann frage ich mich, woher das kommt, wenn ich doch gar nicht so ein Mensch bin.
Ich bin alles andere als ein typischer Fußabtreter, der sich nicht wehren kann. Der sich nicht traut, für sich selbst einzustehen. Der ein Duckmäuschen ist.
Nein, das bin ich absolut nicht.
Und ich will mich auch nicht dazu entwickeln.Also habe ich angefangen zu recherchieren – wie ich auf alles reagiere, was mich beschäftigt. Ich wollte herausfinden, weshalb ich mich auf diese Weise verhalte. Warum andere es nicht machen. Und leider viel zu viele es ebenso handhaben.
Gibt es einen Auslöser dafür?
Und vor allem, wie kann man es ändern?

Gehen wir der Sache doch mal auf den Grund

Wenn man ständig auf jede Situation mit “Alles gut!” antwortet, will man damit eigentlich in erster Linie erreichen, dass sich der andere bloß keine Gedanken wegen dir macht. Du willst auf keinen Fall, dass sich jemand irgendwelche Umstände macht. Oder ein schlechtes Gefühl hat.
Man könnte jetzt natürlich denken, was für ein netter, rücksichtsvoller, umgänglicher Mensch. Und für andere ist er es in der Wahrnehmung wahrscheinlich auch. Aber für den Menschen selbst, der es immer allen so leicht wie möglich machen möchte, der sich damit mehr oder weniger unsichtbar macht, ist es alles andere als gut. Es hat nämlich sehr viel mit Selbstverleugnung und mangelndem Selbstwert zu tun, und hey, hello, da bin ich sowieso immer ganz vorn mit dabei.

Dieses “Alles gut!” setze ich wie ein Schutzschild ein, um z.B. Diskussionen oder Konflikte zu vermeiden. Denn wenn ich ehrlich sage, dass ich es gerade alles andere als gut oder okay finde, dass mich jemand hat warten lassen oder mich verletzt hat oder auf mich vergessen hat oder was auch immer, dann wird derjenige nicht nur mit den Schultern zucken und nichts entgegnen. Und ja, ich gehe Konfrontationen, wenn möglich, aus dem Weg, weil ich nun mal extrem harmoniebedürftig bin. Mir ist aber durchaus bewusst, dass es alles andere als gesund ist, Konflikten ständig aus dem Weg zu gehen, alles in mich heineinzufressen, bis es irgendwann implodiert.

Ich denke, bei mir persönlich liegt es daran, dass eine meiner größten Schwächen, die mich schon mein Leben lang begleitet, genau dieses mangelnde Selbstwertgefühl ist, und ich gehöre auch zu jenen, die immer von allen gemocht werden wollen.
Kennt ihr diese Kinder, die sich beinahe einen Haxn’ ausreißen, weil sie unbedingt gefallen wollen? Die immer höflich und zuvorkommend und liebenswert sind, immer lächeln, damit man sie ja mag?
Ich fürchte, ich habe dieses Verhalten nie abgelegt.

Ein Psychologe hätte bestimmt seine helle Freude an mir.

Ja, ich will unbedingt immer von allen gemocht werden und deshalb sage ich auch ständig “Alles gut!”, um es meinem Gegenüber so leicht mit möglich zu machen. Nur nicht anstrengend sein. Nur nicht nerven. Nur nicht unangenehm auffallen.
Tja, offensichtlich habe ich nicht das Gefühl, es ansonsten wert zu sein, gemocht zu werden. Dass ich, wenn ich nur leise und unauffällig genug bin, geliebt werde. Dass ich, wenn ich nur nicht unangenehm auffalle, eher gemocht werde.
Was schon irgendwie lustig ist, weil ich selbst vor allem Menschen mag, die Ecken und Kanten haben. Wiederum Menschen, die immer nur lieb und nett sind und ständig lächeln, langweilen mich sehr schnell. Was ich also anderen zugestehe, verbiete ich mir selbst. Ich habe so viele Ecken und Kanten, dass man sich in meiner Gegenwart ständig blaue Flecken zufügen könnte, aber versuche sie zu verstecken, damit ich ja liebenswert genug wirke.
Ganz ehrlich, ich versteh mich ab und zu wirklich selbst nicht.

Vielleicht liegt es daran, dass ich in meinem Leben viel zu oft dafür kritisiert wurde, wie ich bin. Wie ich mich verhalte. Mir wurde so oft das Gefühl vermittelt, dass ich es eben nicht bin, liebenswert.
Und ja, wahrscheinlich geht es jedem Menschen hin und wieder so, aber den meisten ist es einfach egal. Wenn du aber, wie es bei mir der Fall ist, so gut wie kein Selbstwertgefühl hast, dann denkst du dir nicht, der kann mich mal, ist mir doch egal, was er von mir denkt. Dann mag er mich halt nicht, so what. Nein, du fängst an, an dir zu zweifeln. Du denkst, da wird schon was dran sein. Vielleicht bist du zu fordernd, zu hart, zu du.
Ja, vielleicht bist du halt einfach nicht liebenswert.

Und dann versuchst du noch netter zu sein, bemühst dich noch mehr, unauffällig, nur nicht nervig, nur nicht anstrengend zu sein, nur nicht anecken.
Und sagst: “Alles gut!”
“Alles gut!”
“Alles gut!”

eine Lieben, ich bin mir so sicher, dass ich sehr viele in meinen Worten wiederfinden werden. Vielleicht sollten wir uns zusammentun und eine Selbsthilfegruppe gründen, denn nicht nur ich verwende diese Floskel ständig, sondern höre sich auch immer und immer wieder: “Alles gut!”
Was wir jetzt noch nicht geklärt haben, ob man an diesem Verhalten etwas ändern kann.
Kann man. Ganz leicht sogar. Einfach nicht mehr sagen. Aber so einfach ist das nicht, oder?
Ich möchte es wirklich, so unbedingt sehr, doch ich weiß jetzt schon, ich werde es erneut tun. Aber in Zukunft werde ich darauf achten, denn etwas weiß ich bestimmt, je mehr wir uns eine schlechte Gewohnheit vor Augen führen, desto stärker fällt uns auf, wie häufig wir in die Falle tappen.
Meine Angst, dass man mich nicht mehr mag, wenn ich ehrlich sage, dass mir etwas nicht passt, die wird nicht einfach so vergehen. Denn man ist es von mir immerhin gewohnt, dass ich immer Ja sage und “Alles gut!” und positiv bin. Wenn ich mich also plötzlich ändere, wird man mir das vielleicht vorwerfen. Aber ich muss wohl lernen, dass ich es nicht immer allen recht machen kann, dass mich nicht jeder immer lieben wird und dass das okay ist. Dass nicht andere entscheiden, ob ich es wert bin, geliebt zu werden, sondern dass ich es ganz bestimmt bin. Und in erster Linie muss ich wohl lernen, von mir selbst gemocht zu werden. Mich liebenswert zu finden. Und vielleicht stimmt die Antwort dann sogar irgendwann: “Alles gut!”

Alles Liebe, love&peace, 

40 Comments on “alles gut

  1. Guten Morgen meine Süße, ja, ich kenne das in gewisser Weise auch. Es liegt aber auch daran, dass wir so erzogen worden sind. Man darf nicht jammern, man darf mit niemanden anecken,….
    Gottseidank hat sich schon viel geändert, jetzt müssen wir uns nur noch ändern, dann ist wirklich alles gut! Bussi, 344

    1. Guten Morgen, Schatz, da hast du wahrscheinlich recht. Wir sind noch so erzogen worden, nur nicht anecken, nur nicht nerven, aber es wird Zeit das, zu ändern. So und jetzt mach ich mich auf die Socken, 3344, alles Liebe, x S.Mirli!

  2. Guten Morgen liebe Mirli, dein Text hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich sage tatsächlich auch „alles gut“ so oft, dass ich es manchmal selbst nicht mehr höre. Es ist wie ein Reflex, ein Schutzmechanismus, wie du es so gut beschreibst. In dem Fall muss ich dir wirklich danken. Wie dumm ist man oft, ohne es zu merken! Danke und ganz liebe Grüße, Eva

    1. Guten Morgen, liebe Eva, es ist wirklich erstaunlich, wie viele ganz ähnlich durchs Leben gehen, aber immerhin fällt es uns jetzt auf und ich glaube das ist schon ein erster Schritt etwas daran zu ändern. Und ich werde fix daran arbeiten. Ich grüße dich ganz lieb zurück und wünsche dir eine fantastische Woche, alles Liebe, x S.Mirli!

  3. Hallo Mirli, ich habe deinen Beitrag gelesen und musste ihn gleich zweimal durchgehen. Du hast so viele Gedanken ausgesprochen, die ich selbst nie in Worte fassen konnte. Dieses verdammte alles gut oder bei mir passt schon ist wie so ein Mantel, den man sich überzieht, damit niemand sieht, wie es wirklich in einem aussieht. Ziemlich dumm, wenn man so drüber nachdenkt. Dank dir fürs Wachrütteln, liebe Grüße Karin

    1. Hellohooo, liebe Karin, guten Morgen, du sprichst mir gerade so sehr aus der Seele, ja, nur niemanden sehen lassen, wie es wirklich in einem ausschaut. Das ist schon traurig, aber ich möchte unbedingt daran arbeiten. Denn ja, wie du sagst, es ist ziemlich dumm, denn andere nehmen ja auch keine Rücksicht, alles Liebe, x S.Mirli!

  4. Liebe Mirli, dein Beitrag hat mich sehr berührt. Ich bin selbst jemand, der immer stark wirken will, obwohl es oft gar nicht so ist. Ich habe mich in jedem Absatz wiedergefunden. Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, ehrlicher zu sein – mit anderen und mit mir selbst. Alles Liebe Anika

    1. Liebe Anika, ich habe es noch gar nicht mit diesem Aspekt in Verbindung gebracht, aber wahrscheinlich hast du recht, es hat auch damit zu tun, nur keine Schwäche zuzugeben. Man ist stark, man kann auch mal 1 h in der Kälte stehen, kein Problem. Man sitzt alles aus, aber das sollten wir nicht müssen. Danke für diese Sichtweise, alles Liebe, x S.Mirli!

  5. Schönen guten Morgen Mirli, dein Beitrag hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Ich kenne diese automatisierten Antworten sehr gut, vor allem das Danke, gut und dir. Aber dieses Alles gut ist bei mir weniger ausgeprägt. Ich bin eher so der Typ, der direkt sagt, was Sache ist, auch wenn es mal unbequem ist. Mein Umfeld weiß, dass sie von mir eine ehrliche Antwort bekommen und keine Floskel. Trotzdem finde ich es spannend, wie du das beschreibst und natürlich verstehe ich es! Auf die eine oder andere Art haben wir doch alle Schutzmechanismen! Ganz liebe Grüße Michaela

    1. Auch dir einen wunderschönen guten Morgen, liebe Michaela, ist war früher ganz genauso. Ich habe immer gesagt, was ich denke oder wenn mir etwas nicht passt. Ich habe auch mittlerweile schon eine Idee, weshalb ich mich so geändert habe, aber jede Änderung kann man ja auch wieder umkehren und daran werde ich arbeiten. Damm mag mich halt nicht jeder, damit muss ich dann leben, aber diese Menschen sind dann ja auch nicht wirklich ein Verlust. Ich grüße dich ganz lieb zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  6. Guten Morgen Mirli, ich glaube, das ist ein Problem, das ganz viele von uns haben. Man möchte einfach nicht als „anstrengend“ oder „zickig“ wahrgenommen werden, also schluckt man den Ärger runter und sagt “Alles gut!”. Es ist so verrückt, wie sehr man sich verbiegt, nur um zu gefallen. Ich hoffe, es werden dadurch ganz viele wachgerüttelt. Liebe Grüße und eine schöne Woche, Evelyn

    1. Auch dir einen guten Morgen,liebe Evelyn, offensichtlich haben dieses Problem mehr, als ich jemals gedacht hätte. Aber ja, wahrscheinlich ist uns zu oft eingeredet worden, dass wir sonst zickig sind und wer will das schon sein. Bei mir ist es definitiv ein mit Grund, weshalb ich mich irgendwann so verändert habe, um es ja alle recht zu machen. Aber das muss ja auch in die andere Richtung gehen. Ich grüße dich ganz lieb zurück und wünsche dir ebenfalls eine fantastische neue Woche, alles Liebe, x S.Mirli!

  7. Hallo und guten Morgen Mirli, dein Beitrag hat mich schmunzeln lassen, denn ich erkenne einige meiner Freundinnen oder Familienmitglieder wieder! Bei mir ist es allerdings andersrum. Ich habe es irgendwann gelernt, für mich einzustehen und zu sagen, was mich stört. Das ist nicht immer einfach und ich bin schon oft als zickig und sogar negativer Mensch abgestempelt worden, aber es ist mir lieber, als alles in mich hineinzufressen. Trotzdem sehr interessant, deinen Blickwinkel zu lesen! Ganz liebe Grüße, Tamara

    1. Guten Morgen, liebe Tamara, weißt du, was lustig ist, früher war ich wie du. Ich bin für mich eingestanden, habe sofort gesagt, wenn mir etwas nicht passt und ich habe keine Ahnung weshalb ich das geändert habe, aber es muss ja auch umkehrbar sein, denn du machst es genau richtig. Und ja, dann halten einen andere halt für zickig, so what. Wenn man mich dann nicht mehr mag, haben diese Menschen eh nichts in meinem Leben verloren, das muss ich halt erst noch lernen. Ich grüße dich ganz lieb zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  8. Dieses Gefühl, es allen recht machen zu wollen, kenne ich nur zu gut. Und ja, auch ich ertappe mich tatsächlich auch ständig beim “Alles gut”. Es ist eine unbewusste Reaktion, fast schon wie ein Reflex. Man will nicht die Harmonie stören und zieht sich lieber selbst zurück, als sich jemandem zu stellen. Das mit dem mangelnden Selbstwertgefühl hast du so gut beschrieben. Ich hoffe, ich lerne es auch mal, öfter zu sagen, was wirklich los ist. Auf alle Fälle danke für den Beitrag! Alles Liebe Anne

    1. Dieses “Alles gut” scheint noch weiter verbreitet zu sein, als ich jemals angenommen hätte. Schon traurig eigentlich. Und ja, wie du sagst, es ist beinahe wie ein Reflex. Mir fällt in letzter Zeit erst auf, wie oft ich es von mir gebe. Das hat mich ehrlich gesagt selbst erschreckt und ist definitiv etwas, das ich ändern möchte, alles Liebe, x S.Mirli!

  9. Schönen guten Morgen Mirli, dein Text ist so ehrlich und mutig. Ich muss sagen, ich erkenne mich nicht so ganz wieder. Ich bin eher die, die dann sagt: “Nein, es ist nicht alles gut, du hast mich eine Stunde warten lassen!” oder “Ich bin jetzt sauer, weil…”. Ich habe gelernt, dass meine Gefühle wichtig sind und ich sie nicht verstecken muss. Aber es ist total wichtig, dass du das Thema so offen ansprichst, denn viele haben dieses Problem. Zumindest bekomme ich das in der Firma sehr oft mit! Ganz liebe Grüße Kerstin

    1. Auch dir einen schönen guten Morgen, liebe Kerstin, ich wünschte ich wäre wie du. Dass ich eben sagen würde, dass es nicht okay ist, dass man warten gelassen wurde oder was einem nicht passt. Und früher war ich auch genau so. Ich versuche noch herauszufinden, weshalb ich mich, was das angeht, so sehr geändert habe. Du machst das schon um einiges besser. Ich grüße dich ganz lieb zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  10. Guten Morgen Mirli, ich könnte es nicht besser ausdrücken. “IST EH ALLES GUT” ist bei mir auch eine Standardantwort, die ich zu oft sage, wenn es eben nicht gut ist. Ich glaube auch, es hat wirklich viel mit Harmoniebedürfnis zu tun. Man hat Angst vor dem Konflikt, der folgen könnte, wenn man ehrlich ist. Danke für diesen tollen, reflektierten Beitrag! Tut gut zu lesen, dass selbst Menschen wie du es machen. Liebe Grüße Daniela

    1. Guten Morgen,liebe Daniela, es tut wirklich gut zu lesen, dass man nicht allein immer so aasflüchtig reagiert. Ich war schon als Kind so, Harmonie ist mir so wichtig, dafür verleugne ich mich lieber selbst, aber so richtig zu funktionieren scheint das ja auch nicht. Ich grüße dich ganz lieb zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  11. Hallo Mirli, total schräg, dass ich deinen Text heute lese. Ich habe genau gestern noch zu meinem Partner gesagt, dass ich mich bei bestimmten Menschen immer wieder dabei erwische, wie ich nicht meine ehrliche Meinung sage, weil ich Angst habe, nicht gemocht zu werden. Ich verwende die Phrase alles gut zwar nicht so oft, aber die dahintersteckende Angst kenne ich nur zu gut. Bin bei dir! Alles Liebe Julia

    1. Hellohooo, liebe Julia, es ist eigentlich so traurig, wie offensichtlich so viele ähnlich ticken. Dass man so Angst hat, nicht mehr gemocht zu werden, als ob man selbst nicht reichen würde dafür. Ich glaube aber tatsächlich, dass es viel schwieriger geworden ist heutzutage, weil es eben leider auch so ist, dass sich viele nicht mehr mit einem auseinandersetzen wollen und wenn es schwierig wird, geben sie einfach auf … alles Liebe, x S.Mirli!

  12. Guten Morgen Mirli, Alles gut ist bei mir eine Floskel, die ich verwende, wenn ich einfach keine Lust auf eine Diskussion habe. Wenn ich merke, der andere ist so verplant, dass er es eh nichts checkt. Es ist also eine Art Abwehrstrategie, aber nicht, weil ich mich selbst verleugne, sondern weil ich meine Energie sparen will. Dein Text ist trotzdem super, da er das Thema von so vielen Seiten beleuchtet. Liebe Grüße Isi

    1. Guten Morgen, liebe Isi, du sagst es, genau so ist es und irgendwie habe ich in letzter Zeit bzw. den letzten Jahren nie mehr Lust auf Diskussionen oder mich auseinanderzusetzen. Vielleicht auch weil ich gelernt habe, mehr auf meinen Seelenfrieden zu achten, aber das hilft ja nur vordergründig und löst nicht wirklich Konflikte. Ein Mittelweg muss her, den muss ich nur erst finden für mich. Ich grüße dich ganz lieb zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  13. Hallo Mirli, wenn mir etwas nicht passt, sage ich das auch. Manchmal ist es unangenehm, aber ich fühle mich danach besser. Ich will gar nicht von jedem gemocht werden, das ist mir zu anstrengend, aber ich verstehe deine Sichtweise auch! LG Dirk

    1. Hellohooo, lieber Dirk, das ist auch genau richtig so und das wirklich lustige daran, ich war früher auch so. Ich habe noch nicht ganz herausgefunden, weshalb ich das nicht mehr mache, aber ich komm schon noch drauf. Ich wünsche dir eine fabelhafte neue Woche, alles Liebe, x S.Mirli!

  14. Hallo Mirli, sehr nachvollziehbarer Gedanke. Bei mir ist es ähnlich, aber nicht so extrem. Ich sage es oft, um die Situation schnell zu klären und weiterzukommen. Manchmal ist es einfach nicht wert, sich aufzuregen. Dennoch hast du recht: Die dahinterliegende Ursache ist die spannende Frage. Danke für die Inspiration und den Einblick in deine Gedankenwelt, alles Liebe Nora

    1. Hellohooo, liebe Nora, ich kann das sehr gut nachfühlen. Ich war tatsächlich früher ganz anders und habe alles angesprochen, was mich gestört hat. Ich komme noch nicht ganz darauf, weshalb sich das bzw. ich mich geändert habe, aber auch gewisse Weise gehe ich jetzt immer den leichteren, konfliktfreien Weg, aber der ist nur scheinbar leichter, denn der Konflikt ist ja da, nur nicht ausgetragen, wenn du verstehst. Ich wünsche dir einen fantastischen Start in die Woche, alles Liebe, x S.Mirli!

  15. Schönen guten Morgen Mirli, ich bin überrascht, wie viele Menschen so denken. Ich gehöre gottseidank nicht dazu, aber ich kann alles nachvollziehen, was du schreibst. Ich bin die, die in der Kälte sagt: “Ja, es ist nicht alles gut, ich warte hier schon eine Stunde und friere.” Das macht mich vielleicht nicht zum umgänglichsten Menschen, aber ich habe es mir angewöhnt zu zeigen, wenn mir etwas nicht passt. Aber ich verstehe deine Gedankengänge sehr gut! Liebe Grüße Bea

    1. Auch dir einen guten Morgen, liebe Bea, mir geht es wie dir, ich hätte nicht gedacht, dass es so vielen gleich geht, aber irgendwie tut das auch gut zu realisieren. Es scheint tatsächlich eine weit verbreitete “Krankheit” zu sein. Da machst du es schon richtiger und solltest als gutes Beispiel vorangehen. Denn ja, selbst wenn einen andere dann für schwierig oder zickig halten, das liegt ja dann meist nur daran, dass sie sich “ertappt” fühlen, weil sie genau wissen, dass sie sich nicht richtig verhalten haben. Ich grüße dich ganz lieb zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  16. Guten Morgen Mirli, dein Text ist so tiefgründig! Ich kenne diese Tendenz, Konflikten aus dem Weg zu gehen, sehr gut. Bei mir äußert sich das vielleicht nicht immer als alles gut, aber ich schlucke auch viel herunter. Ich glaube, wir alle müssen lernen, mehr auf uns selbst zu achten und ehrlicher zu uns und zu anderen zu sein. Liebe Grüße und eine schöne Woche ohne ALLES GUT! Rita

    1. Guten Morgen auch dir, liebe Rita, seltsamerweise war ich nicht immer so. Ich bin nämlich schon jemand, der Dinge anspricht, die im nicht passen. Aber gerade die letzten Jahre über habe ich immer öfter zu diesem “Alles gut” gegriffen, nur um es mir auf gewisse Art auch leichter zu machen. Aber das ist halt ein Trugschluss, leichter wird es dadurch nicht wirklich. Ich hoffe, du hast auch eine wirklich (alles)gute Woche, alles Liebe, x S.Mirli!

  17. Liebe Mirli, ich habe deinen Beitrag mit meiner Freundin geteilt, weil wir beide ständig Alles gut sagen, obwohl es oft nicht stimmt. Du hast auf deine unbeschreiblich schöne Art einen Spiegel vorgehalten, danke dafür! Alles Liebe Samira

    1. Auch wenn es sich blöd anhört, aber es tut irgendwie gut, zu realisieren, wie viele ganz ähnlich agieren. Irgendwie macht es das leichter. Ich drücke also uns allen die Daumen, dass wir es irgendwann besser hinbekommen, alles Liebe, x S.Mirli!

  18. Guten Morgen liebe Mirli, ich habe deinen Beitrag gelesen und musste sofort an meine Mutter denken. Sie sagt auch immer alles gut, selbst wenn sie krank ist oder traurig. Vielleicht ist es eine Generationensache – oder einfach ein Zeichen dafür, wie sehr wir gelernt haben, uns selbst zurückzunehmen. Aber ich wünsche dir ganz viel Kraft und: sei ehrlich! Am Ende zahlt es sich aus!! Liebe Grüße Sandra

    1. Auch dir einen guten Morgen, liebe Sandra, tatsächlich sprichst du einen Punkt an, der, glaube ich, auch bei mir sehr reinspielt, das Generationenthema. Ich bin auch noch so erzogen worden, dass man nicht jammern soll und nicht gegenreden. Wenn man das halt erst mal verinnerlicht hat, wie soll man es so einfach wieder aus sich rausbekommen. Aber ich werde bestimmt daran arbeiten. Ich grüße dich ganz lieb zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

  19. Schönen guten Morgen Mirli, dieses ständige Harmoniebedürfnis kenne ich auch. Und die Angst, nicht gemocht zu werden, wenn man seine ehrliche Meinung sagt. Alles gut ist da eine bequeme, wenn auch ungesunde Lösung. Das Problem ist nur, ja man weiß das, aber man scheut sich trotzdem, echt und ehrlich zu sagen, was man denkt. Wie doof kann man eigentlich sein. Ich hoffe, du schaffst es zukünftig, ich werde es auch probieren! Schöne Grüße Franzi

    1. Auch dir einen wunderschönen guten Morgen, liebe Franzi, ich hab das tatsächlich schon seit meiner Kindheit. Konflikte oder unausgesprochene Dinge in meiner Umgebung machen mich fertig. Aber dieser Weg ist halt auch nicht der richtige. Ich drücke uns beiden die Daumen, alles Liebe, x S.Mirli!

  20. Hallo liebe Mirli, dein Beitrag hat mich sehr berührt. Ich habe mich gefragt, warum ich mich so oft entschuldige, obwohl ich gar nichts falsch gemacht hab und wie oft ich auch alles gut sage, obwohl eben nicht alles gut ist. Ich habe mich gefragt, wie oft ich mich selbst verleugne, nur um nicht anzuecken. Vielleicht ist es Zeit, das zu ändern. Liebe Grüße und danke, Tina

    1. Guten Morgen, liebe Tina, ich danke dir. Es ist schon erstaunlich, wie viele ganz ähnlich wie ich agieren. Eigentlich traurig, wie du es richtig ausdrückst, wie oft wir uns selbst verleugnen, nur um keinen Gegenwind zu verursachen. Ich wünsche dir natürlich trotzdem eine wunderschöne neue Woche, in der wirklich “alles gut” ist. Allerliebste Grüße zu dir zurück, alles Liebe, x S.Mirli!

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